Ausflugsziele in der Nähe von Illertissen gibt es viele. Eines, von dem ich schon häufiger hörte, ist der Glückskraftweg bei Kettershausen, ein Wanderweg, der gleich ums Eck liegt. Es dauerte dennoch, bis sich die Gelegenheit ergab, diesen zu wandern. Ein wenig Zeit muss man für den rund 10,5 km langen Weg schließlich schon einplanen.
Auf dem Glückskraftweg in die nahegelegene Natur
Dass der Glückskraftweg auf der offiziellen Glückswege-Seite nicht einmal eine eigene Unterseite spendiert bekommen hat, steht irgendwie sinnbildlich für diesen Ausflug in die Natur. Dazu aber später noch mehr. Der Glückskraftweg bei Kettershausen stand jedenfalls auf unserer To-do-Liste und entsprechend brachen wir auf, um ihn zu sehen und zu wandern. Los ging es für uns nach dem Mittagessen. Die Fahrt nach Kettershausen dauert bei wenig Verkehr von Illertissen aus keine 15 Minuten. Das Auto stellten wir dort ab, wo wir meinten, dass der Parkplatz für den Glückskraftweg ist – jedenfalls fanden sich rundherum Schilder, die diesen auswiesen. Dann wurde es allerdings schon ein wenig schwieriger.

Es ging los, über zwei Brücken, und wir marschierten den Berg hinauf zur Kirche und zum Friedhof. Dort endete unser Ausflug auch schon fast, denn die Beschilderung war … schlecht. Die Toten müssen sich schon im Grabe umgedreht haben, als wir wieder und wieder vorbeikamen, bis wir schließlich die letzte Wegeoption wählten und auch dort zunächst nicht wussten, wie es weiterging. Das Schild, das am Ende den Ausschlag gab, war gut zugewachsen und somit nur schwer zu entdecken. Dann waren wir endlich auf Kurs. Dachten wir jedenfalls. Immerhin kamen wir auch an der Abzweigung vorbei, die man optional nehmen kann, um einer kleinen, gut versteckten Kapelle einen Besuch abzustatten.
Dort verweilten wir kurz und genossen die Ruhe, ehe es zurück auf den eigentlichen Weg ging, bzw. das, was wir für den Weg hielten. Schilder gab es jedenfalls immer wieder, die darauf hinwiesen, dass wir uns noch auf dem Glückskraftweg in Kettershausen befinden, doch dann war die Verwirrung groß.

So verwirrend war die Beschilderung
Dass sich eine ausgedruckte Karte und die Beschilderung vielleicht noch widersprechen, mag ja nachvollziehbar sein. Allerdings mussten wir feststellen, dass sich die Beschilderung widersprach. So gelangten wir etwa in entgegengesetzte Richtung an die Uferschwalbenkolonie und auch auf dem Weg zurück nach Kettershausen fanden wir an Weggabelungen beim Blick zurück Schilder, die die Frage aufkommen ließen: Sind wir schon richtig gewandert?

Nicht selten hatten wir das Gefühl, eben nicht auf dem richtigen Weg zu sein. Da wir aber immerhin zum Auto zurückfanden, hätte es schlimmer laufen können. Von einem See, an dem man hätte vorbeikommen sollen (oder zumindest einem etwas größeren Gewässer) fehlte jede Spur, wobei wir vermuteten, dass dieser derzeit massiv zugewachsen war und wir ihn deshalb nicht sahen. Auch die Kneipp-Anlage, die entlang des Weges vorzufinden sein soll, entdeckten wir nicht. Die Glückswege widmen sich schließlich alle Sebastian Kneipp und dessen Leeren.
Deshalb verbinden die Glückswege meist auch das Wandern mit dem Thema Wasser. Das kam für mich persönlich bei diesem Wanderweg allerdings deutlich zu kurz . Hier ein kleines Rinnsal, da ein kleines Rinnsal und der irgendwo der vermutlich zugewachsene See. Weitestgehend wanderten wir über Feldwege und asphaltierte Landwirtschaftswege. An ein paar Stellen ging es auch direkt entlang an einer außerörtlichen Straße, auf der die anderen Verkehrsteilnehmer mit entsprechend Tempo unterwegs sind.

Glückskraftweg Kettershausen: Leider kein Wander-Highlight
Im Vorfeld hatte ich viel Positives über den Glückskraftweg in Kettershausen gehört, weshalb ich ihn unbedingt selbst einmal wandern wollte. Leider gibt es auch bei uns in der Gegend sehr viel schönere Wanderwege und vor allem Wanderwege die deutlich weniger verwirrend gekennzeichnet sind. An vielen Stellen gewann man den Eindruck, dass der Glückskraftweg einfach kein Wanderweg sein möchte und man eben anhand der manchmal recht willkürlich verstreuten Schilder querfeldein geschickt wird. Kaum Wald, kaum Wasser. Sehr viel Wiese, Acker und Feldweg.
Denkt übrigens – wie üblich – daran, dass ihr Getränke* und Snacks einpackt. Wer sich in Kettershausen nicht auskennt und anschließend noch etwas essen möchte, wird hier nicht fündig. Sieht man vom Café IdeenReich ab, das natürlich auch nicht rund um die Uhr geöffnet hat, bleibt nur, andernorts einkehren zu gehen. Positiv ist hingegen, dass ihr den Wanderweg einfach auch mal kurzentschlossen unternehmen könnt und er aufgrund praktisch nicht vorhandener Steigung (der Weg zur Kirche und der Aufstieg zur Kapelle als Ausnahmen) sehr, sehr anfängerfreundlich ist. Dementsprechend könnt ihr auch auf Wanderstiefel* verzichten, wenngleich ich persönlich für längere Fußmärsche immer auf zumindest festes Schuhwerk setze.
Entsprechend habe ich auch relativ wenig Fotos geknipst, wenngleich ich euch wie immer einige der schönsten natürlich nicht vorenthalten möchte. Die gibt es direkt im Anschluss an das Fazit.
Fazit zum Glückskraftweg Kettershausen
Leider muss ich festhalten, dass ich selten auf einem widersprüchlicheren, verwirrenderen Wanderweg unterwegs war. Die Schilder wussten scheinbar manchmal selbst nicht weiter und entsprechend fehlten mir auf dem Weg ein paar der Highlights – vom Wasser bis zum Kneippbecken. Die Infotafeln, die hier und da am Weg zu finden waren, waren auch eher lieblos und in einem ziemlich schlechten Zustand, vermutlich schon ein paar Jahre nicht mehr gewartet oder ersetzt. Der Abstecher zur Kapelle hat sich jedoch gelohnt und auch ein paar nette Fotos sind gelungen, inklusive Berge (und Flugzeug)!















