Kürzlich stattete ich der Staudengärtnerei Gaißmayer einen Besuch ab, doch dabei allein blieb es nicht. Auch das Gelände der Stiftung Gartenkultur durfte ich entdecken und einiges über die aufwendige Pflege dieser malerischen Anlagen erfahren.
Die von Dieter Gaißmayer, Dr. Reinhard P. Hemmer und Wolfgang E. Hundbiss 2010 gegründete gemeinnützige Stiftung Gartenkultur des Vereins Förderer der Gartenkultur betreibt das Museum der Gartenkultur und zeigt sich für das umgebende Gelände mit seinen Gartenanlagen verantwortlich. Das gewaltige Areal, das auch einst bei der Gartenlust und heutzutage bei den Illertissen Gartentagen, Besucherströme empfängt und Gärtnerherzen höherschlagen lässt, bietet viel Platz, Neues zu entdecken und sich inspirieren zu lassen.

Museum, Workshops, Veranstaltungen
Die Illertisser Gartentage lösten einst die Gartenlust ab und sollten eigentlich ein wenig kleiner ausfallen als diese, erzählte mir Daniel Pfeiffer bei einem Rundgang über das Gelände der Stiftung Gartenkultur. Doch inzwischen hätte man beinahe wieder die Größe der einstigen Gartenlust erreicht und auch am Zustrom von weither änderte sich kaum etwas. Die Besucher kommen aus allen Himmelsrichtungen und teilweise aus dem Ausland, um die Gartentage zu genießen, einzukaufen und neue Ideen für den eigenen Garten zu gewinnen.

Doch nicht nur während der Gartentage ist auf dem Stiftungsgelände einiges geboten. Das Museum der Gartenkultur lädt Neugierige (seit 4. Juli neu gestaltet) von Montag bis Samstag von jeweils 10 bis 17 Uhr zu einem Besuch ein und bietet interaktive Stationen, an denen sich viel lernen und erfahren lässt. Nur 3 Euro Eintritt werden erhoben, ein erschwinglicher Beitrag zur Gartenkultur. Gleich nebenan befindet sich die Gartenbibliothek, die mit ihrer unglaublichen Sammlung bestehend aus rund 500 Büchern wahrlich zum Gartenstudium einlädt. Zahlreiche Bücher in der Sammlung stammen aus Nachlässen und Schenkungen und so findet sich selbst manch ein antiquarisches Exemplar in der stetig wachsenden Gartenbibliothek. Die Titel lassen sich übrigens ebenso online einsehen, wie die Liste der anderen vorhandenen Bücher. Wer etwas sucht, kann sich also schon im Vorfeld informieren, ob der gewünschte Titel in der Gartenbibliothek vorhanden ist.
In den Räumlichkeiten der unweit des Museums gelegenen Aromawerkstatt können Besucher derweil mehr über Heil- und Duftpflanzen sowie die aus diesen gewonnen Wasser und Öle erfahren. Regelmäßig finden hier zudem Workshops, Kurse und Tagungen statt – womit es sich hierbei zugleich um einen Ort des Lernens handelt, inmitten eines wunderschönen Fleckchens Illertissen.

Von Förderern und Gartenkabinetten
Wer zum ersten Mal das Stiftungsgelände betritt, fühlt sich gut möglich hin und her gerissen zwischen der Weite der Anlage und der Fülle an Eindrücken. Denn auf dem weitläufigen Gelände gibt es auch jenseits von Museum, Aromawerkstatt und dem Museums-Café mit seinen leckeren Kuchen unglaublich viel zu bestaunen und selbst nach dem x-ten Besuch dürfte man noch immer neue Eindrücke gewinnen. Dass dem so ist, ist der Arbeit der Ehrenamtlichen zu verdanken, die die Anlagen und die angelegten Gärten hegen und pflegen und sich immer wieder Neues einfallen lassen, um das Gelände noch schöner, lebendiger und üppiger zu gestalten. Weil das unvorstellbar viel Arbeit ist, freuen sie sich natürlich jederzeit über tatkräftige Hände, die mit anpacken, ob nun beim Unkrautjähten, der Pflege des Stiftungsgeländes oder dem Anlegen neuer Gartenkabinette – man darf sich jederzeit gerne melden!


Und wo wir schon beim Thema Gartenkabinette sind: Diese stechen natürlich und schon aus der Ferne ins Auge. 10 x 10 Meter große Gärten verschreiben sich jeweils einem anderen Thema, vom Formobst und Beerensträuchern über Rosen und Stauden bis hin zu Seerosen und Bindeweiden. Dabei wird nicht nur auf eine ansprechende Präsentation der Pflanzen selbst geachtet, sondern wiederum auch auf die Einarbeitung verschiedener Deko-Elemente, die in einem behutsam gestalteten Garten nicht fehlen dürfen. Von Mauern über in Metallrahmen eingefasste, bunte Fenster bis hin zu allerhand Kleinkram wie Tassen lässt sich hier vieles finden – das Auskundschaften all dessen überlasse ich an dieser Stelle natürlich euch, ich will ja nicht spoilern! 😉
Geerntet wird hier übrigens auch: Die Samen vieler Pflanzen aus den Kabinetten werden über den Museumsshop zum Verkauf angeboten, sodass ihr euch diese bei Gefallen in den eigenen Garten holen könnt.

Doch bestimmte „Kabinette“ begrüßen Besucher bereits beim Betreten der Stiftungsfläche. Im Schatten hoher Bäume findet sich eine Vielzahl unterschiedlich ausgeschmückter Nischen. Diese Nischen bereichern das Gelände der Stiftung und ohne sie ginge es auch nicht, so Daniel Pfeiffer im Gespräch. Hier präsentieren sich Unternehmen aus Illertissen und der Region, die das Areal und das Wirken der Stiftung unterstützen. Plumpe Werbung? Ganz und gar nicht. Ein jede dieser Nischen ist ansprechend gestaltet und fügt sich – so sehr sie sich auch von anderen Bereichen unterscheiden mag – nahtlos in das Gesamtbild ein. Dennoch profitieren natürlich beide Seiten von dieser Partnerschaft – eine Win-Win-Situation. Und nochmal ein Win, wenn man bedenkt, dass Besucher somit die Gelegenheit haben, sich wieder und wieder daran zu erfreuen.
Entstanden ist die ganze Sache übrigens aus einer wiederkehrenden Angelegenheit. Gartenlust für Gartenlust, Jahr für Jahr schlug einer der Aussteller hier seine Zelte auf und war es irgendwann leid. So die Kurzfassung. Aus der Frage, ob man keine dauerhafte Lösung hierfür finden könne, entwickelte sich eben jener Bereich, der längst sehr gern gesehen ist.

Entspannen im Gartenidyll
Es ist übrigens ganz gleich, ob man einen Ausflug ins Grüne mit einem Besuch im Museum der Gartenkultur verbindet oder noch bei der Staudengärtnerei Gaißmayer einkaufen geht. Viele Illertisser – aber auch Auswärtige – kommen einfach hier her, um zu entspannen und den Alltag ein klein wenig hinter sich zu lassen. Man muss sich nicht einmal aktiv auf der Suche nach neuen Ideen für den eigenen Garten befinden. Allein im Idyll auf der Jungviehweide zu entspannen und abzuschalten, tut der Seele gut und ich selbst stellte fest, wie gut der Ausflug ins Grün der Seele tat – und als ich noch auf Fototour war, war in Null-Komma-Nichts eine Stunde vergangen.




