Am Sonntag, den 21. September 2025 fand ein weiteres Mal der Familienspielenachmittag in der Bischof-Ulrich-Schule in Illertissen statt. Nachdem es in den vergangenen Jahren nicht geklappt hat, habe ich mir das Event in diesem Jahr einmal angesehen.
Von 12 bis 17 Uhr wurde zu Spielen und Aktionen in der Grundschule in Illertissen eingeladen. In Aussicht gestellt wurden unter anderem Tanzauftritte der Tanzmäuse und der Kiddy Cats, Magische Shows mit Magic Leinard, Schnuppertrainings für Leichtathletik- und Einradinteressierte und ein Tauch-Crashkurs für Jugendliche ab 12 Jahren. Scheinbar sollte also eine ganze Menge geboten sein.
Beim Betreten des Schulhofes stachen mir zwei Dinge besonders ins Auge: 1. Es waren eine ganze Menge Tische und Bänke aufgebaut und 2. befanden sich gleich drei Stände zur Linken, an denen Essen und Getränke verkauft wurden. Dann verlor sich der Blick auch schon ein wenig. Denn, wie ich im Laufe meines Besuches feststellte, versuchte die Veranstaltung alles zu sein und war dadurch irgendwie nichts so richtig. Bei allem, das ich im Vorfeld aufgeschnappt hatte, entstand bei mir der Eindruck, dass es eine ganze Reihe an Spielstationen gäbe, ebenso wie Möglichkeiten für Vereine, sich zu präsentieren und somit schon die Jüngsten auf sich aufmerksam zu machen. Probetrainings und Schnuppereinheiten inklusive. Und, ja, irgendwie gab es das, aber das Angebot ließ dann doch irgendwie zu wünschen übrig. Und das meine ich nicht in dem Sinne, dass die vorhandenen Vereine enttäuscht hätten – ganz und gar nicht! – doch die Anzahl wirkte gegenüber der Bewerbung des Events im Vorfeld schon irgendwie sehr gering.

Da war der Schützenverein mit derMöglichkeit, Lichtgewehr zu schießen, im Schwimmbad konnte getaucht werden und im Schulhof fanden sich Schachbretter, an denen sich Kids und Erwachsene versuchen durften. Bei der Stadtkapelle konnten Besucher verschiedene Instrumente unter Anleitung ausprobieren. Auf dem Sportplatz hinter der Schule konnten die Kids einen Leichtathletikkurs durchlaufen und sich an verschiedenen Hindernissen und Herausforderungen versuchen. Und das Karate Dojo Illertissen informierte an einem einem umfangreichen Stand über Karate im Allgemeinen und Trainingseinheiten für Kinder.
Bei einer Präsentation des Karate-Vereins, in der Turnhalle, die anderweitig von den Einradfahrern beherrscht wurde, war der Andrang der Besucher enorm. Leider schienen bei einigen Anwesenden in der Halle die Worte „Karate beginnt mit Respekt und Karate endet mit Respekt“ nicht angekommen zu sein. Während der Trainer darüber redete, was Karate ausmacht, wie sich ein Training zusammensetzt und wie der Werdegang innerhalb des Sports ist, wurde in einigen Ecken munter weiter getobt, geschrieen und krakeelt, sodass er kaum mehr zu hören war.

Nach der Präsentation drehte ich noch einmal eine Runde über das Gelände und entschied mich dann dazu, nach Hause zu gehen.
Mein Fazit zu diesem Familienspielenachmittag fällt leider nicht ganz so begeistert aus. Der Gedanke ist gut, doch die Veranstaltung scheitert meiner Meinung nach daran, nicht zu wissen, was sie sein will. Sollen sich Vereine präsentieren, um Nachwuchs zu rekrutieren? Dann waren hierfür viel zu wenige Vereine zugegen. Soll der Tag dazu dienen, zu spielen und Spaß zu haben, dann war auch hierfür viel zu wenig geboten. Die wenigsten Kids schienen sich für Schach zu begeistern, bei der Leichtathletik war – als ich dort war – fast nichts los und anderweitige Spielestationen – gerade im Freien – suchte man mit wenigen Ausnahmen vergebens. Kinderschminken und Zauberei fielen dann wiederum auch aus diesem Konzept, wenngleich beides gewiss Unterhaltungswert hatte.




